Auswirkungen des neuartigen Coronavirus auf den öffentlichen Verkehr in Wien

Seit Dienstag, dem 10. März 2020, wurden durch die österreichische Bundesregierungen umfangreiche Einschränkungen des öffentlichen Lebens verordnet, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus hintanzuhalten. Der Betrieb der Wiener Linien lief vorerst ohne Änderungen weiter, alle Linien verkehrten planmäßig. Nach kurzer Zeit waren deutliche Fahrgastrückgänge (Abnahme bis 80 %) bemerkbar.

Auf der U-Bahn wird zentrales Öffnen der Türen eingesetzt (dies ist nur bei den Silberpfeilgarnituren der U-Familie nicht möglich), damit die Fahrgäste nicht auf das Berühren der Türtaster angewiesen sind. Auf der Straßenbahn ist zentrales Öffnen seit Sonntag, dem 15. März, vorgeschrieben, sofern es sich um Haltestellen handelt, "die einzuhalten sind" (Haltewunsch, einsteigewillige Fahrgäste, Sicherheitshalt). Fahrgäste sind ab Montag, den 16. März, gesetzlich verpflichtet, zu anderen Fahrgästen einen Mindestabstand von einem Meter einzuhalten (BGBl. II Nr. 98/2020).

Seit Donnerstag, dem 12. März (vereinzelt schon seit dem Vortag), ist der vordere Flügel der Tür 1 bei den Hochflurtriebwagen der Typen E1 und E2 gesperrt, um die Distanz zwischen Fahrpersonal und Fahrgästen zu vergrößern. Beim E2 wird die Tür des Fahrerplatzes an der Mittelgriffstange der Tür 1 befestigt. Die Reinigung des Fahrgastraums wird bei allen Fahrbetriebsmitteln intensiviert. Bei den Autobussen ist der Bereich des Fahrerplatzes und der Tür 1 seit Montag, dem 16. März, mit rot-weißem Absperrband getrennt, die Türtaster, die eine Ansteuerung der Tür 1 auslösen, sind mit Türstörungspickerln abgeklebt. Bei den E2 wurde zwischenzeitlich nachgezogen, auch hier ist der gesamte Bereich der Tür 1 nun mit rot-weißem Absperrband getrennt.

Das Verkehrsmuseum Remise im ehemaligen Betriebsbahnhof Erdberg bleibt bis auf Weiteres geschlossen. Ab 21. März sind sämtliche Informations- und Vorverkaufsstellen sowie das Kundenzentrum Erdberg geschlossen.

Ab Samstag, dem 14. März, ist die Vienna Ring Tram eingestellt. Ab Mittwoch, dem 18. März, wird auf allen Linien an Werktagen von Montag bis Freitag nach dem Ferienfahrplan gefahren. An Samstagen, Sonn- und Feiertagen gilt der Sonntagsfahrplan, sodass ab der Nacht von 20. auf 21. März auch statt der Nacht-U-Bahn die Nachtautobuslinien wie in den Nächten vor Werktagen unterwegs sind. Im Nachtverkehr gilt nun ein 60-Minuten-Takt. Ab Montag, dem 23. März, gilt von Montag bis Freitag der Samstagsfahrplan. Im Wagenauslauf gab es bereits am 18. März Änderungen, um den Einsatz von Hochflurfahrzeugen einzuschränken. Mittlerweile werden teilweise kurze ULFe auf den Linien D, 1, 5, 31, 38 und 60 eingesetzt. Die Linie 30 ist seit Samstag, 21. März, eingestellt, die Linie 33 fährt nur zwischen Augasse und Friedrich-Engels-Platz.

Nachdem die Samstagsfahrpläne mit dem tatsächlichen Bedarf punktuell nicht übereinstimmen, werden seit Donnerstag, 26. März, Frühverstärker auf den Linien 60 (Hietzing – Hermesstraße) und 62 (Meidling – Lainz) eingesetzt. Weitere gegenüber dem Samstagsplan verstärkte Fahrpläne sind auf den Linien 6, 11, 31, 43, 46, 49 in Kraft.

Stand: 27. März 2020, 11.30 Uhr